Wie finde ich die richtige SEO-Agentur für mein B2B-Unternehmen?

Daniel Kapovic · · 2 Aufrufe

Diese Frage beschäftigt mich aus einer besonderen Perspektive. Von 2005 bis 2021 habe ich ein B2B-SaaS-Unternehmenin der Schweizer Telekom-Branche aufgebaut. Ich stand also selbst auf der anderen Seite: als Unternehmer, der eine SEO-Lösung suchte. Heute führe ich eine SEO-Agentur. Beides zusammen hat mir gezeigt, worauf es wirklich ankommt.

Meine eigene Erfahrung als SEO-Suchender

Als ich mit meinem SaaS-Startup begann, war das Budget extrem beschränkt. Die Preise der Agenturen, die ich mir anschaute, waren für ein kleines Unternehmen in der Startphase schlicht nicht tragbar. Heute weiss ich, dass diese Preise in den meisten Fällen gerechtfertigt sind. Aber als Startup war ich schlicht nicht die Zielgruppe einer SEO-Agentur.

Was ich stattdessen tat: Ich prüfte, wie viel Eigenleistung ich einbringen konnte, und suchte mir einen erfahrenen SEO-Freelancer als Sparringpartner. Wir starteten mit einem kleinen Pensum. Nur punktuelle Inputs, keine umfassende Betreuung. Aber selbst damit erreichten wir schnell eine enorme Steigerung der Sichtbarkeit. Als darauf auch gesteigerte Einnahmen folgten, bauten wir die Zusammenarbeit Schritt für Schritt aus, bis hin zur Vollzeitanstellung.

Was damals eher zufällig gut lief: Der Freelancer kannte sich im SaaS-Umfeld sehr gut aus und verstand, welche individuellen Massnahmen in unserem Markt Früchte tragen würden. Heute weiss ich, wie entscheidend das war.

Branchenverständnis ist kein Nice-to-Have

Wenn ich heute nochmals vor der Wahl stünde, würde ich nur mit einer SEO-Agentur zusammenarbeiten, die auf meine Branche spezialisiert ist. Die Unterschiede zwischen den Branchen sind gerade beim Content so gross, dass jemand Branchenfremdes das Rad erst neu erfinden müsste. Es gäbe viel Trial and Error, das für den Kunden extrem teuer und zeitintensiv wird.

Ein IT-Leiter sucht anders als ein Einkäufer in der Industrie. Ein SaaS-Unternehmen hat andere Conversion-Pfade als ein Maschinenbauer. Die Keyword-Recherche, die Content-Strategie, die internen Verlinkungen: All das muss auf die spezifische Branche zugeschnitten sein. Wir als Technologie-Spezialisten kämen nicht auf die Idee, SEO für Anwaltskanzleien zu machen und uns im Umfeld von Rechtssicherheit und Compliance zu bewegen. Umgekehrt sollte eine auf Legal spezialisierte Agentur nicht versuchen, SEO für IT-Unternehmen zu machen.

Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten

Es gibt einige Muster, die bei der Agentursuche immer wieder auftauchen und bei denen Vorsicht geboten ist:

Platz-1-Garantien. Keine seriöse Agentur kann Ihnen ein bestimmtes Ranking versprechen. Google berücksichtigt über 200 Faktoren und ändert seinen Algorithmus laufend. Wer Ihnen den ersten Platz garantiert, versteht entweder SEO nicht oder nimmt es mit der Ehrlichkeit nicht so genau.

Unrealistische Zeitversprechen. Aussagen wie «Wir schaffen in 4 Wochen, wofür andere 6 Monate brauchen» sind irreführend. Es kommt immer auf die Ausgangslage an. Wenn eine Website bereits ein breites SEO-Fundament hat und für 40 Keywords gut rankt, ist es machbar, das nächste Keyword in wenigen Wochen zu etablieren. Aber das ist nicht die Regel. Für die meisten B2B-Unternehmen liegt die realistische Vorlaufzeit bei 6 bis 24 Monaten.

SEO für wenige hundert Franken im Monat. In so wenigen Stunden lässt sich kein nachhaltiges SEO betreiben. Professionelles SEO erfordert gleichzeitig Arbeit in den Bereichen Technik, Content und Strategie. Das braucht Zeit und entsprechend Budget. Unsere Erfahrung zeigt, dass seriöse SEO-Betreuungen bei mehreren tausend Franken pro Monat liegen.

«SEO ist im Webdesign-Paket dabei.» Manche Web-Agenturen bieten SEO als Zusatzleistung an und meinen damit das Setzen von Meta-Titles und Meta-Descriptions. Das ist ein kleiner Teil der OnPage-Optimierung, aber keine SEO-Strategie. Ein SEO-Audit, eine fundierte Keyword-Recherche, ein laufender Content-Aufbau und organischer Linkaufbau sind etwas grundlegend anderes.

Mein Fazit

Die richtige SEO-Agentur zu finden, ist keine einfache Entscheidung. Aus meiner eigenen Erfahrung auf beiden Seiten kann ich drei Dinge zusammenfassen: Erstens, achten Sie auf Branchenspezialisierung. Zweitens, seien Sie skeptisch bei Versprechen, die zu gut klingen. Und drittens: Wenn Ihr Budget noch begrenzt ist, kann ein erfahrener Freelancer als Sparringpartner der bessere Einstieg sein als ein umfassendes Agenturpaket. Der Weg von der punktuellen Beratung zur umfassenden Zusammenarbeit hat bei mir sehr gut funktioniert.

Wenn Sie sich einen Überblick verschaffen möchten, was eine fundierte SEO-Betreuung konkret umfasst, finden Sie auf unserer Pakete-und-Preise-Seite eine transparente Aufstellung.