Diese Frage höre ich oft, und die Antwort hängt davon ab, was wir mit «selbst etwas tun» meinen. Ich gehe hier nicht von Unternehmern aus, die selbst technisches SEO, Web-Entwicklung und Marketing übernehmen können. Ich spreche von Geschäftsführern und Fachpersonen, die mit einer SEO-Agentur oder einem SEO-Spezialisten zusammenarbeiten und zusätzlich eigene Energie und Zeit in den Aufbau ihrer Sichtbarkeit investieren wollen.
Und wenn man ehrlich ist, ist genau das der einzig gangbare Weg.
Warum Ihre Eigenleistung unverzichtbar ist
Egal wie gut Ihre SEO-Agentur ist: Bestimmte Dinge kann nur die Fachperson im Unternehmen liefern. Google bewertet Inhalte nach dem sogenannten E-E-A-T-Prinzip: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Die doppelte Betonung von «Experience» bedeutet: Google will echte Erfahrungen aus erster Hand. Ihr SEO-Profi kann die Bühne bauen. Aber den Auftritt müssen Sie selbst liefern.
Das gilt genauso für Ihre Zielgruppe. Ein IT-Leiter oder Ingenieur, der Ihre Website besucht, merkt sofort, ob ein Fachexperte oder ein generischer Texter geschrieben hat. Wer als Topical Authority wahrgenommen werden will, muss eigenes Wissen teilen.
Wo Ihre Zeit den grössten Unterschied macht
Die klare Antwort lautet: In der Formulierung Ihres eigenen Wissens für frischen, einzigartigen Content auf Ihrer Website.
Ein guter SEO-Profi nimmt Sie dabei an die Hand. Er bereitet die Bereiche der Website vor, die als Erstes überarbeitet werden müssen: die wichtigsten Landingpages, die Keyword-Recherche, die Content-Strategie. Und dann gibt er Ihnen im Idealfall einen Katalog an Interview-Fragen, die Sie mit Ihrem individuellen Expertenwissen und in Ihren eigenen Worten umfangreich beantworten.
Dadurch entsteht etwas Einmaliges. Kein Mitbewerber kann den gleichen Inhalt produzieren, weil niemand sonst Ihre spezifische Erfahrung hat. Und wenn gleichzeitig alle anderen SEO-Faktoren von Ihrem SEO-Profi bearbeitet werden, also technische Optimierung, OnPage-SEO, Linkaufbau und laufendes Monitoring, sind gute Ergebnisse fast schon ein Naturgesetz.
Wir haben diesen Prozess bei unserem eigenen Content Marketing genau so umgesetzt und beschreiben ihn dort im Detail.
Wo professionelle Hilfe nötig ist
Die Grenze der Eigenleistung hängt vom jeweiligen Unternehmen ab. Eine Web-Agentur, die ihre eigene Seite SEO-optimieren lassen möchte, kann den Anteil der Web-Entwicklung natürlich selbst übernehmen. Wenn ein Online-Marketing-Spezialist bereits im internen Team ist, kann dieser vieles beisteuern. Vielleicht hat er umfassende Erfahrung im Bereich Conversion-Optimierung und kann bei der Konzeption neuer Landingpages viel Eigenleistung einbringen.
In der Regel sollten sich Unternehmen aber auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und den Rest den Profis überlassen, die den ganzen Tag nichts anderes machen. Ihre Hauptaufgabe sind die inhaltlichen Inputs für die Content-Erstellung und die Validierung bei der Keyword-Recherche. Also genau dort, wo nur Sie den Unterschied machen können.
Und was ist mit dem Google Business Profile?
Das Google Business Profile (GBP) wird oft als SEO-Sofortmassnahme empfohlen. Im B2B-Kontext muss man hier aber differenzieren: Für lokale Suchen ist das GBP sehr wichtig. National und international spielt es praktisch keine Rolle.
Es gibt aber eine Ausnahme, die oft übersehen wird: Viele B2B-Unternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen zwar global an, suchen aber Mitarbeiter nach wie vor regional. Für die Auffindbarkeit durch zukünftige Mitarbeitende kann ein gepflegtes GBP durchaus relevant bleiben. Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen ein GBP haben, auch wenn es in erster Linie überregional tätig ist.
Mein Fazit
Die wirkungsvollste Eigenleistung, die Sie als Unternehmer für Ihr SEO erbringen können, ist nicht technischer Natur. Es ist Ihr Wissen. Teilen Sie es. Beantworten Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen. Arbeiten Sie mit einem SEO-Profi zusammen, der Ihnen die richtigen Fragen stellt und den Rest für Sie übernimmt. So entsteht eine SEO-Roadmap, die auf echtem Fundament steht.