Das Wichtigste in Kürze
- Backlinks kaufen ist weder illegal noch grundsätzlich falsch. Aber es sollte nie der erste Schritt Ihrer SEO Strategie sein. Schöpfen Sie zuerst kostenlose und organische Möglichkeiten aus.
- Gute Backlinks kosten zwischen CHF 400 und CHF 4’000+ pro Platzierung. Billigangebote von Fiverr und Co. liefern in der Regel PBN-Spam, der Ihrer Domain schadet.
- Organischer Content Outreach skaliert besser als Linkkauf, weil er auf der einzigartigen Geschichte Ihres Unternehmens aufbaut. Und er liefert echte Beziehungen zu Redaktionen, nicht nur Einmaltransaktionen.
Warum Backlinks kaufen so verlockend wirkt
Die erste Frage, die fast jeder stellt, wenn es um Backlinks geht: Kann ich nicht einfach dafür bezahlen? Verständlich. Die Preise auf den grossen Linkmarktplätzen sind transparent, der Prozess ist klar und die Kosten sind kalkulierbar. Man sucht sich eine passende Domain aus, zahlt und erhält seinen Link. Das klingt effizient.
Aber genau das ist auch das Problem. Es ist nichts Besonderes. Jeder kann da die Kreditkarte zücken. Und das sieht auch Google. Die Fachportale, die auf Linkmarktplätzen auftauchen, verlinken nicht nur auf Sie, sondern gleichzeitig auf eine Vielzahl Ihrer Mitbewerber. Der Link, für den Sie bezahlt haben, ist nicht einzigartig. Er ist ein Massenprodukt.
Bevor Sie in dieses Massenprodukt investieren, lohnt sich ein Blick auf die tatsächlichen Kosten.
Was Backlinks auf Linkmarktplätzen kosten
Reden wir über Zahlen. Gute Links in thematisch passenden Fachportalen und Branchenmedien kosten gerne zwischen CHF 400 und CHF 1’200 pro Platzierung. Hochautoritative Quellen wie Hochschulseiten oder etablierte Fachmagazine können auch einmal CHF 4’000+ kosten.
Am anderen Ende des Spektrums stehen Plattformen wie Fiverr. «25 hochwertige Backlinks» für wenige Hundert Franken klingt verlockend. In der Praxis sind das in der Regel Spam-Links aus sogenannten PBN-Netzwerken (Private Blog Networks). PBNs sind Sammlungen von Webseiten und Blogs, die einzig zum Zweck existieren, Links zu verkaufen. Sie haben keinen echten Traffic, keinen redaktionellen Anspruch und werden von Google aktiv identifiziert und entwertet. Solche Links stärken Ihre Domain nicht, sie können ihr schaden.
Und dann gibt es ein Problem, über das niemand spricht: die Skalierung. Bauen Sie einmal 50 Links à mindestens CHF 400 auf. Das sind CHF 20’000 und mehr. Das muss im Budget liegen. Und finden Sie einmal 50 thematisch absolut passende Linkanbieter auf einem Marktplatz zu Ihrer spezifischen Branche. Bei Nischenthemen wie Industrieautomation, Managed IT Services oder Medizintechnik wird das sehr schnell sehr schwierig.
Eine wichtige Unterscheidung wird dabei oft übersehen: Es gibt einen Unterschied zwischen dem Kauf eines Backlinks auf einem Linkmarktplatz und einer Publikationsgebühr, die ein Fachportal für das Einpflegen eines Gastartikels verlangt.
Beim Marktplatz ist der Artikel ein Nebenprodukt. Der Text wird oft vom Marktplatz selbst geliefert und ist nicht wirklich Teil der Gegenleistung für die Redaktion. Was Sie bezahlen, ist der Link.
Bei einer direkten Partnerschaft mit einem Fachportal bieten Sie durch Ihren Gastbeitrag bereits einen echten Mehrwert für die Leserschaft. Die Publikationsgebühr deckt den redaktionellen Aufwand. Das ist nicht dasselbe, auch wenn es auf den ersten Blick ähnlich aussieht.
Die Risiken: Warum billige Backlinks teuer werden können
Die grösste Angst beim Thema Linkkauf ist die Google-Abstrafung. Die Realität sieht etwas differenzierter aus.
Was in der Praxis am häufigsten passiert, ist nicht die gefürchtete Abstrafung, sondern etwas viel Banaleres: Google ignoriert den Link einfach. Er existiert, er ist sichtbar, aber er zählt nicht. Kein Ranking-Effekt, kein Schaden. Nur herausgeschmissenes Geld.
Das ist auch logisch. Würde Google bei jedem offensichtlich gekauften Link sofort abstrafen, hätte das ein enormes Missbrauchspotenzial. Ein böswilliger Mitbewerber könnte einfach billige Links auf Ihre Seite setzen lassen und darauf warten, dass Google Sie bestraft. Deshalb setzt Google in den meisten Fällen auf Entwertung statt auf Bestrafung.
Das heisst nicht, dass es keine Risiken gibt. Bei massiven Verstössen kann Google durchaus manuelle Massnahmen ergreifen. Und wenn Ihre Domain durch eine grosse Menge toxischer Links belastet ist, kann die Bereinigung über das Disavow-Tool aufwändig und teuer werden.
Dazu kommt ein Problem, das oft übersehen wird: Fachportale, die auf Linkmarktplätzen auftauchen, verlinken gleichzeitig auf viele andere Unternehmen. Google erkennt diese Muster. Wenn ein Portal innerhalb kurzer Zeit Dutzende ausgehende Links an verschiedene Kunden verkauft, sind die Signale eindeutig. Ihr teuer bezahlter Link verliert seinen Wert, noch bevor er wirken kann.
Drei Stufen zum Linkaufbau: Unsere Empfehlung
Bevor Sie Backlinks kaufen, sollten Sie zwei andere Wege ausgeschöpft haben. Das ist keine Frage der Moral, sondern der Effizienz. Eine nachhaltige Linkbuilding Strategie setzt auf die richtige Reihenfolge.
Stufe 1: Kostenlose Backlinks aufbauen
Unterschätzt, aber wirksam: Branchenverzeichnisse, Gewerbevereine, Branchenverbände, Partnerseiten. Diese Links sind in den meisten Fällen kostenlos, thematisch relevant und bilden eine solide Basis für Ihr Linkprofil. Das sollte in den ersten Wochen jeder SEO-Massnahme passieren. Das Ziel in dieser Phase ist nicht, die Suchmaschinenoptimierung allein über Links zu lösen, sondern ein natürliches Fundament aufzubauen.
Stufe 2: Organischer Outreach
Prüfen Sie als nächstes, ob eine individualisierte Content Outreach Kampagne für Ihr Unternehmen möglich ist. Das bedeutet: gezielt Fachportale und Branchenmedien recherchieren, Themen pitchen, die für deren Leserschaft relevant sind, und durch redaktionelle Beiträge organische Backlinks gewinnen.
Dafür braucht man eine gute Geschichte. Aber die haben die meisten unserer Kunden. Ihr Problem ist nicht, dass sie schlechte Produkte oder Dienstleistungen haben, sondern dass sie digital noch nicht sichtbar genug sind. Wer gute Produkte hat, hat auch etwas zu erzählen. Ein tieferer Einblick in die Hintergrundstory Ihres Unternehmens, eine besondere Expertise, ein ungewöhnlicher Lösungsansatz. Diese Geschichte lässt sich gezielt an Redaktionen pitchen. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Geschichte für die Zielgruppe des jeweiligen Portals relevant ist.
Stufe 3: Gezielt ergänzend kaufen
Erst wenn Stufe 1 und 2 ausgeschöpft sind, kann es sinnvoll sein, gezielt Links zu kaufen. Und auch dann nur als Ergänzung.
Wenn wir in einer Outreach-Kampagne feststellen, dass eine Website, die wir ansprechen wollen, bereits auf einem Linkmarktplatz vertreten ist mit einem transparenten Preis, kann es effizienter sein, direkt zu kaufen. Denn auch über den persönlichen Weg werden wir an der Stelle eine Publikationsgebühr zahlen müssen. Vielleicht etwas weniger, aber der Aufwand für individuelle Kontaktaufnahme rechnet sich nicht immer. Auch wenn wir diesen Weg einschlagen, sollte der Gastartikel von uns persönlich kommen und nicht ein 0815-Artikel vom Marktplatz.
Eine weitere Ausnahme sind grosse Medienseiten. Bis man dort über persönliche Kontaktaufnahme eine Antwort erhält, kann es sehr lange dauern. Dann ist der offizielle Weg über einen Marktplatz manchmal die pragmatischere Lösung.
Warum organischer Outreach bei grösserem Volumen besser skaliert
Bei kleinem Volumen mag der Kauf von Backlinks über einen Marktplatz günstiger wirken. Fünf bis zehn Links bestellen, bezahlen, fertig. Aber sobald Sie ein grösseres Volumen anstreben, stossen Linkmarktplätze an ihre Grenzen.
Das erste Problem: Es gibt für die meisten B2B-Nischen schlicht nicht genug thematisch passende Domains auf den Marktplätzen. Wer in der Industrieautomation oder Medizintechnik unterwegs ist, findet dort vielleicht 10 bis 15 relevante Portale. Und dann?
Das zweite Problem: die Artikelqualität. Wenn der Text vom Marktplatz geliefert wird, fehlt die fachliche Tiefe. Der Beitrag liest sich generisch, bietet der Zielseite keinen echten Mehrwert und wird von Google entsprechend bewertet. Die Qualität des Inhalts rund um Ihren Backlink ist ein entscheidender Faktor dafür, wie viel der Link tatsächlich wert ist.
Das dritte Problem: das Wachstumsmuster. Google prüft, ob plötzlich viele Links auf eine Seite zeigen und dann monatelang nichts mehr kommt. Das ist ein unnatürliches Signal. Beim organischen Content Outreach entsteht ein natürliches Wachstum fast automatisch. Selbst wenn eine Kampagne viele potenzielle Partner ermittelt, können nicht alle gleichzeitig bedient werden. Fachlich fundierte Gastbeiträge brauchen Zeit in der Produktion. Es entsteht eine natürliche Queue, die genau das Muster erzeugt, das Google sehen will: kontinuierliches, organisches Wachstum.
Dazu kommt ein Vorteil, den kein Marktplatz bieten kann: echte Beziehungen. Eine Redaktion, die einmal positiv mit Ihnen zusammengearbeitet hat, kommt wieder auf Sie zu. Ein Marktplatz-Kauf ist eine Einmaltransaktion. Organischer Outreach ist der Beginn einer Partnerschaft. Dieses Vertrauen zwischen Ihnen und den Portalbetreibern ist langfristig mehr wert als jeder einzelne Link.
Was bei VoIP-One funktioniert hat: 15 Jahre organischer Linkaufbau
Bei VoIP-One haben wir 15 Jahre lang erlebt, was man sich unter organischem Linkaufbau idealerweise vorstellt. Wir haben aussergewöhnlichen Content erstellt: umfangreiche E-Books zu VoIP-Themen, über 120 Fachartikel und regelmässige Pressemitteilungen. Auch zu unseren E-Book-Veröffentlichungen.
Das Ergebnis: Grosse Medien und die Fachpresse wurden auf uns aufmerksam und haben von alleine über uns berichtet. Wir mussten keinen Cold Outreach betreiben. Die Inhalte waren stark genug, dass Journalisten und Fachredaktionen von sich aus auf uns zukamen. Die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen stieg kontinuierlich, weil die Links von thematisch passenden, deutschsprachigen Quellen kamen.
Haben wir auch Links gekauft? Ja, vor allem in der Startzeit. Wir müssen gestehen, dass es in unserer unerfahrenen Startzeit auch zu zweifelhafteren Methoden kam wie der Kauf von Forenlinks. Hinzu kamen Platzierungen über kleine Agenturen. Das meiste würde heute gar nicht mehr funktionieren. Google ist deutlich besser darin geworden, solche Muster zu erkennen.
Die Erkenntnis, die ich daraus mitnehme: Wer wirklich guten Content erstellt, der seiner Zielgruppe weiterhilft, baut über die Zeit ein natürliches Linkprofil auf. Das ist kein frommer Wunsch, das ist unsere Erfahrung aus 15 Jahren.
Und das gilt nicht nur für die Telekom-Branche. Ob IT-Security, Industrieautomation oder SaaS: Überall funktioniert die gleiche Mechanik. E-Books, Studien, technische Leitfäden. Jedes Unternehmen hat Know-how, das für Fachmedien interessant ist. Die Geschichte Ihres Unternehmens ist der Schlüssel zum organischen B2B-Linkaufbau.
Woran Sie seriösen Linkaufbau erkennen
Wenn Sie mit einer SEO Agentur oder einem Linkbuilding-Anbieter zusammenarbeiten, achten Sie auf diese Punkte:
Wird jede potenzielle Linkquelle vorab mit einem Backlink Tool auf SEO Metriken wie Domain-Autorität, thematische Relevanz und PBN-Signale geprüft? Wird redaktioneller Content speziell für die Zielseite erstellt, oder wird nur ein Link in einen bestehenden Text eingefügt? Ist der Ansatz individuell auf Ihr Unternehmen und Ihr Projekt zugeschnitten, oder handelt es sich um Massenware? Werden Ihre wichtigsten Seiten priorisiert, oder wird wahllos verlinkt? Und erhalten Sie transparente Berichte mit konkreten Daten darüber, wo Ihre Links tatsächlich platziert werden?
Es gibt klare Warnsignale, bei denen Sie skeptisch werden sollten. Wenn sich auffällig viele Links in sehr kurzer Zeit aufbauen lassen, stimmt etwas nicht. Wenn der Gastartikel-Content nicht vom Webseitenbetreiber erstellt wird, sondern automatisch generiert oder vom Anbieter geliefert wird, fehlt die fachliche Tiefe. Und wenn die Webseiten, auf denen Ihre Backlinks platziert werden sollen, keinen guten Content haben, kaum Traffic aufweisen oder Teil eines erkennbaren Linknetzwerks sind, dann zahlen Sie für etwas, das Ihnen im besten Fall nichts bringt.
Seriöse SEO Experten werden Ihnen nie garantierte Top 10 Rankings versprechen. Was sie Ihnen bieten können, ist eine transparente Link Analyse, eine klare Strategie und nachvollziehbare Ergebnisse.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Backlinks kaufen
Ist es illegal, Backlinks zu kaufen?
Nein, Backlinks zu kaufen ist nicht illegal. Es verstösst aber gegen die Richtlinien von Google. Das ist ein wichtiger Unterschied: Es droht kein Bussgeld, aber mögliche Ranking-Konsequenzen. Einen rechtlichen Aspekt gibt es allerdings: Wenn ein Gastartikel mit klar werblichem Inhalt nicht als Sponsored Content gekennzeichnet wird, kann das gegen Werberecht verstossen. In Europa muss Werbung als solche erkennbar sein. Die genauen juristischen Grenzen hängen vom Einzelfall ab.
Kann Google gekaufte Backlinks erkennen?
Ja, und Google wird darin immer besser. Systeme wie SpamBrain analysieren Linkmuster und identifizieren unnatürliche Verlinkungen. Auch KI-gestützte Algorithmen spielen dabei eine zunehmende Rolle. Aber der häufigste Fall ist nicht die aktive Bestrafung, sondern die stille Entwertung. Google ignoriert den Link einfach. Für Sie bedeutet das: kein Ranking-Effekt, aber auch kein direkter Schaden. Das Geld ist trotzdem verloren.
Was kostet ein guter Backlink in der Schweiz?
Rechnen Sie mit CHF 400 bis CHF 1’200 für gute Platzierungen in thematisch passenden Fachportalen. Hochautoritative Quellen wie Hochschulseiten oder grosse Fachmagazine können CHF 4’000 und mehr kosten. Alles deutlich unter CHF 400 sollte kritisch hinterfragt werden. Auf Plattformen wie Fiverr erhalten Sie in der Regel PBN-Spam, keine hochwertigen Backlinks.
Wie viele Backlinks braucht ein Schweizer KMU?
Das ist für jedes Unternehmen individuell und vor allem vom Wettbewerb abhängig. Wie viele hochwertige Links haben die Mitbewerber, gegen die Sie in den Suchergebnissen antreten wollen? Diese Zahl ist eine gute Ausgangslage. Mit einem SEO-Audit und einer Backlink-Gap-Analyse lässt sich die benötigte Anzahl realistisch abschätzen. Ein gutes Backlink Tool liefert hier die relevanten Daten. In überschaubaren Schweizer B2B-Nischen sind es oft weniger, als man denkt.
Was ist besser: Backlinks kaufen oder organisch aufbauen?
Organischer Linkaufbau ist nachhaltiger und langfristig günstiger. Er baut auf der einzigartigen Geschichte Ihres Unternehmens auf und erzeugt Beziehungen zu Redaktionen, die über einen einzelnen Link hinausgehen. Kaufen kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn kostenlose und organische Chancen ausgeschöpft sind. Aber es ersetzt nicht die Notwendigkeit, Inhalte zu schaffen, über die andere freiwillig berichten wollen.


