Das Wichtigste in Kürze
- Content Marketing im B2B funktioniert auch 2026 trotz AI Overviews, besonders bei spezialisierten Nischenthemen in IT, Tech und Industrie.
- Die wichtigste Ressource ist das Fachwissen Ihrer Experten. Ohne echte Praxiserfahrung scheitert jeder Artikel.
- Bei VoIP-One haben wir mit 120+ Fachartikeln ohne Marketingabteilung monatlich Dutzende B2B-Leadsgeneriert.
- Zwei erprobte Wege: Fachperson + SEO-Manager (klassisch) oder Fachperson + KI als Sparring-Partner (modern). Der Experte bleibt die entscheidende Instanz.
- Reiner KI-Content scheitert im technischen B2B: Keine Differenzierung, keine echten Erfahrungen, und Google erkennt die fehlende Tiefe.
Was B2B Content Marketing bedeutet
Beim Content Marketing im B2B-Bereich geht es darum, Inhalte für die jeweilige B2B Zielgruppe bereitzustellen, welche deren Fragen und Probleme über den gesamten Verlauf der Customer Journey adressieren. Es gibt verschiedenste Formate von Content. Im B2B Marketing sind besonders interessant:
- Landingpages, welche die spezifischen Produkte und Dienstleistungen Ihres Unternehmens vorstellen.
- Case Studies bzw. Fallstudien, welche konkrete Ergebnisse Ihrer Arbeit im Detail vorstellen und erklären.
- Fachartikel z.B. in Blogs, wie jenen, den Sie hier gerade lesen.
- Praxis-Guides zu realen Kundenproblemen.
- Community-Formate wie z.B. Q&A-Foren, welche die brennendsten Fragen Ihrer potenziellen Kunden beantworten und einen Austausch mit Ihren Interessenten erlauben.
- E-Books, welche im PDF-Format bestimmte Themen aus Ihrem Fachgebiet noch detaillierter behandeln.
All diese Inhalte müssen abgestimmt werden auf Begriffe mit einer bestehenden Nachfrage in den verschiedenen Suchmaschinen und KI-Systemen. Sowohl konventionell wie Google, als auch in modernen KI-Suchen wie ChatGPT, Perplexity und Co.
Die Idee hinter dem B2B Content Marketing ist, dass wir uns aktiv in die Sichtbarkeit bei den Suchenden rücken. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Pull-Marketingansatz (Inbound Marketing), bei dem die Interessenten die Information selbst in ihren Aufmerksamkeitsbereich bringen, anstatt von oft unpassender Werbung berieselt zu werden.
Zusätzlich ist wichtig zu verstehen, dass gutes Content Marketing im Business-to-Business-Bereich die Grundlage ist, um auch Reichweite in externen Medien aufbauen zu können. Also z.B. ein grosses Online-Magazin dazu zu bringen, dass es über eine umfassende Studie in unserem neuesten E-Book berichtet. Dieser sogenannte «Content Outreach» hilft uns dabei, Backlinks und Brand Mentions zu sammeln, welche ein entscheidender Faktor für eine gute Positionierung in den Suchmaschinen sind.
Lohnt sich informativer Content im Zeitalter von AI Overviews überhaupt noch?
Der grösste Teil von informativen Suchanfragen, also Suchanfragen, hinter denen noch kein akutes Kaufinteresse im Markt steht, werden heute direkt durch KI-Zusammenfassungen wie den AI Overviews von Google beantwortet.
Wo man früher mit Content in einem Blog-Artikel noch Besucher auf seine Webseite ziehen konnte, nimmt Google heute die Informationen und präsentiert sie in zusammengefasster Form direkt dem Suchenden, der dann kein Interesse mehr hat, noch auf die Webseite selbst zu gehen.
Dies kann für Webseiten-Betreiber zunehmend zum Problem werden. Aber wie ist das mit der Zielgruppe von B2B-Unternehmen?
Nischen-Traffic bei spezialisierten B2B-Themen
Für ein sehr spezialisiertes Nischenthema im B2B Sektor hat man trotzdem noch Chancen, Traffic auf die eigene Webseite zu bekommen von denjenigen, die tiefer in das Thema einsteigen möchten.
Beispiel: Ein IT-Leiter, welcher nicht nur eine Zusammenfassung sucht, sondern echte Praxisberichte und technische Details. Das AI Overview reicht ihm nicht.
Brand Awareness durch Erwähnung in KI-Antworten
Auch wenn es keinen direkten Traffic gibt, kann Ihr Unternehmen davon profitieren, dass seine Marke in KI-Antworten namentlich erwähnt wird. Potenzielle Kunden Ihrer Zielgruppe kommen so bereits früh auf ihrer Customer Journey mit Ihrem Unternehmen in Berührung. Dies schafft Brand Awareness und baut Vertrauen auf.
Autoritätsaufbau für die gesamte Domain
Google und KI-Systeme nutzen den Content nicht nur, um ihn an die Suchenden weiterzureichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Autorität der Webseite und der beteiligten Autoren auf Basis des gefundenen Contents gesamthaft bewertet wird.
Beispiel: Die Suchanfrage «content marketing b2b» hilft SEO-Friends vielleicht nicht beim direkten Aufbau von Traffic. Aber die Suchmaschinen verstehen einmal mehr unsere Expertise und dass wir auf das Gebiet der B2B-Optimierung spezialisiert sind. Unsere Rankings zu anderen B2B-SEO-Themen und unsere gesamte Positionierung können davon profitieren.
Unser Praxisbeispiel: 120+ Fachartikel bei VoIP-One
Mit VoIP-One habe ich selbst 15 Jahre lang ein B2B-Unternehmen im Bereich SaaS / Telekommunikation aufgebaut und 2021 verkauft. Das Fundament unserer Marketing-Aktivitäten war ab 2016 SEO und Content Marketing, begleitet durch Google Ads in der Anfangszeit, um ersten Traffic zu generieren. Dies hat uns einen enormen Erfolg im Bereich Sichtbarkeit und Lead-Generierung gebracht.
Folgende Inhalte haben die Kunden auf unsere Produkte und Dienstleistungen aufmerksam gemacht:
- Ich habe über die Jahre hinweg rund 120 Fachartikel rund um das Thema VoIP-Telefonie publiziert, in denen ich die drängendsten Fragen der Interessenten adressiert habe.
- Ergänzend wurden 3 umfangreiche VoIP-E-Books auf unserer Webseite publiziert.
- Es gab weitere Inhalte wie praktische Checklisten zum PDF-Download, welche Entscheidungsträgern dabei halfen, das richtige Telefoniesystem auszuwählen.
- Wir haben auch einen Video-Kurs zum Thema VoIP im KMU auf unserer Webseite veröffentlicht.
- Über ein Q&A-Forum haben wir echte, brandaktuelle Fragen von Kunden behandelt, welche besonders gute Rankings bei Google erzielten.
Mit all diesen Inhalten haben wir uns eine starke Topical Authority geschaffen. In mehr als einem Dutzend grosser Medien wurde zum Teil mehrfach über uns und unseren B2B-Content berichtet. Wir haben mehrere Dutzend Leads jeden Monat generiert, was für die Grösse der Firma sehr respektabel war, und wir hatten eine der stärksten Online-Präsenzen in der Schweizer VoIP-Branche.
Die unterschätzte Goldgrube: Fragen aus dem Verkaufsprozess und der Service-Abteilung
Kommen wir zur Frage: Wie komme ich jetzt an gute Content Ideen, welche die Bedürfnisse unserer B2B Kunden direkt ansprechen?
Das Sales- oder das Support-Team als Ideengeber
Starten Sie am besten dort, wo Sie den engsten Kontakt zu Ihren bestehenden Kunden haben. Im Verkaufsprozess oder bei Ihrem Support-Desk. Kein Keyword-Tool kann so aktuelle Ideen liefern wie Ihre Kunden. Stellen Sie sich und Ihren Sales- und Support-Mitarbeitern die folgenden Fragen:
- Welche Fragen stellen Kunden immer wieder?
- Welche Einwände kommen?
- Welche Missverständnisse?
In unserem Beispiel mit VoIP-One bekamen wir auch Anfragen, die auf den ersten Blick keinen direkten Umsatz versprachen. Weil wir als fachlich kompetent wahrgenommen wurden, riefen uns hin und wieder Personen an, die kein direktes Kaufinteresse hatten. Sie stellten Fragen wie:
Kann ich beliebige VoIP-SIP-Telefone hinter einem Swisscom IP-Festnetzanschluss anschliessen?
Die Swisscom war unser direkter Mitbewerber. Aber wir konnten die Frage trotzdem kompetent beantworten, sie in unserem Q&A-Bereich veröffentlichen und bis heute fast 20’000 Suchende nur über das Thema auf unsere Webseite lenken. Jemand, der an VoIP-SIP-Telefonen interessiert war, hatte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch generelles Interesse an VoIP-B2B-Lösungen, und wir konnten ihn so auf unsere Marke aufmerksam machen.
Nach dem gleichen Muster können auch Fragen, welche noch mehr Fleisch am Knochen haben, für einen umfangreichen Fachartikel im Blog genutzt werden usw.
Community-Diskussionen als Validierung
Stehen Sie noch am Anfang und es gibt noch nicht allzu viele Inputs im Bereich Sales und Support? Dann kann ein weiterer Tipp helfen, herauszufinden, welche Themen in Ihrer Nische aktuell ein grosses Interesse wecken.
Wir reden an dieser Stelle von Community-Plattformen wie Reddit oder auch LinkedIn. Es gibt hier zu fast jedem Fachgebiet eigene Unterforen, in denen sich echte Interessenten und Kunden über ihre Fragen, Erfahrungen und Probleme austauschen. Beteiligen Sie sich hier unbedingt an Diskussionen, welche Ihre Expertise ansprechen.
Das kann ein wahrer Booster für neue Content-Ideen sein. Zudem ist es extrem nah am Zeitgeschehen. Nebenbei kann es helfen, Lücken im eigenen Angebot aufzudecken.
Von der Frage zum Content-Plan
Wie entsteht aus den Fragen jetzt Ihre Content-Strategie? Folgende Phasen können Sie dafür Schritt für Schritt durchgehen:
- 4 Wochen lang Fragen sammeln
- Fragen nach Hauptthemen kategorisieren (clustern)
- Pro Cluster verschiedene Content-Pieces planen
- Zeitaufwand pro Quartal: Rund 90 Minuten mit Sales- und/oder Support-Team
Zwei Wege zum fertigen Artikel
Viele Geschäftsführer stehen zwischen «alles selbst machen», «alles delegieren» und «alles von der KI schreiben lassen».
Besonders vom letzten Punkt möchten wir dringend abraten. Nutzen Sie KI als Unterstützung, aber keineswegs für die Ausarbeitung eines fertigen Artikels. Wir gehen später detaillierter auf die Gründe ein.
Für die Ausarbeitung Ihrer B2B Content Marketing Strategie können wir stattdessen zwei erprobte Methoden für die Umsetzung empfehlen, welche Ihre Ressourcen möglichst effizient nutzen.
Variante 1: Fachperson + SEO-Manager + Copywriter (klassischer Ansatz)
Letztlich ist es so: Der Besucher möchte 100% fundierte Expertise, angereichert von authentischer Erfahrung aus erster Hand von einer absoluten Fachperson. Besonders im B2B. Diese Expertise kann nur der eigentliche Experte liefern. Nicht allein der Copywriter. Nicht die KI.
Die Fachperson, also z.B. ein Elektroingenieur hat aber vermutlich weder die Zeit, um über einen oder mehrere Tage hinweg einen geschliffenen Fachartikel auszuarbeiten. Ausserdem ist er vielleicht in Elektronikfragen ein absoluter Experte, aber das Schreiben liegt ihm überhaupt nicht.
Wie schonen wir jetzt seine Ressourcen und bringen im Rahmen unserer Content-Strategie trotzdem sein gefragtes Know-how zu Papier?
Bei VoIP-One lief das Zusammenspiel zwischen zwei Personen ab. Dem SEO-Manager und der Fachperson.
Der Prozess sah wie folgt aus:
- Schritt 1: SEO-Manager
- Recherche von aktuellen Themen
- Abfrage von aktuellen Themen im Sales- und Support-Team
- Durchführen einer umfassenden Keyword-Recherche rund um die aufgedeckten Themen. Wonach wird wirklich mit grosser Nachfrage gesucht, wenn es um die ermittelten Fragen geht?
- Erstellung eines Content-Briefings inkl. Outline (Struktur, Überschriften), sowie Interview-Fragen an die Fachperson, definiertes Focus-Keyword, 5-10 Related Keywords.
- Schritt 2: Fachperson
- Beantwortung der Interview-Fragen mit den wichtigsten Fakten
- Grobes Aufschreiben aller Gedanken, die der Person zu den jeweiligen Überschriften der Outline einfallen
- Schritt 3: Copywriter
- Übersetzen des Rohtexts der Fachperson in einen ansprechenden Fachartikel
Der Schritt 3 kann selbstverständlich auch von der Fachperson selbst ausgeführt werden, sofern diese Freude am Schreiben hat. Dies gibt dem ganzen Content sogar eine noch persönlichere Note.
Sie fragen sich vielleicht: Warum nicht einfach alles durch die KI schreiben lassen? Warum dieser aufwendige Prozess? Darauf gehen wir weiter unten im Detail ein.
Vorteile und Grenzen dieses Ansatzes
- Vorteile: Hohe fachliche Tiefe, verlässliche Inhalte, starke Rankings
- Nachteile: Zeitaufwand der Fachperson, Engpass Kalender
- Empfehlung: Für kritische Themen (Sicherheit, Normen, Compliance) weiterhin erste Wahl
Variante 2: Fachperson + KI als Sparring-Partner (moderner Ansatz)
Ein neuerer Ansatz ist die direkte Unterstützung der Fachperson durch moderne generative KI-Tools, wie z.B. Claude AI. Wir zeigen hier den gesamten Prozess auf. Im realen B2B-Umfeld können viele der Aufgaben wiederum durch den SEO-Manager übernommen werden, welcher spezialisiert ist auf die Interaktion mit der KI in SEO-Fragen.
Der Prozess sieht dann wie folgt aus:
- KI-Tool
- Analysieren eines Keyword-Recherche-Dokuments des SEO-Managers
- Bestehende Blog-Artikel auf der Firmenwebseite prüfen, um Kannibalisierung zu vermeiden
- Bestehende Landingpages identifizieren, um Überschneidungen auszuschliessen
- Daten aus der Community wie z.B. Reddit analysieren, um aktuelle Themen zu ermitteln
- Keyword-Cluster analysieren und nach Impact priorisieren
- Zusätzliche Keywords zum jeweiligen Thema und zur eigenen Nische ermitteln (unterstützt durch Google Keyword Planner)
- SERP-Konkurrenz bewerten. Also die Top 10 Mitbewerber bei Google. Realistische Einordnung, ob Eroberung der Positionen erfolgsversprechend ist. Interaktion mit SEO-Tool wie z.B. Semrush oder Ahrefs.
- Gliederung vorschlagen inkl. jeweiligen Related Keywords zu den Abschnitten
- Interview-Fragen vorschlagen
- Anleitung für KI-Content-Writer (z.B. SurferSEO) vorbereiten
- Interaktion zwischen KI-Content-Writer (SurferSEO) und KI-Chatbot (Claude AI) als Lektor (Tippfehler, Stil, Konsistenz prüfen)
- Fachperson
- Interagiert und trifft alle strategischen Entscheidungen
- KI-Antworten prüfen und allenfalls intervenieren
- Liefert den Inhalt
Vorteile und Grenzen dieses Ansatzes
- Vorteile: Ähnliche Ergebnisse wie bei Variante 1, aber mit grösserer Effizienz. Inhalte wurden zwar mit Hilfe von KI hergeleitet, aber nicht komplett von dieser erstellt. Das macht den entscheidenden Unterschied bei den zu erwartenden Ergebnissen.
- Nachteile: Notwendiges Know-how (Claude AI, Semrush, Google Keyword Planner, SurferSEO, Web-Schnittstellen) durch die Fachperson, falls diese alles selbstständig durchführen soll.
- Empfehlung: Achten Sie bei der Auswahl Ihres SEO-Managers oder Ihrer SEO-Agentur darauf, dass diese bereits auf solche KI-Prozesse zurückgreift, um die bestmöglichen Ergebnisse mit hoher Effizienz umsetzen zu können.
Warum reiner KI-Content im technischen B2B scheitert
Viele Unternehmen stehen vor der Versuchung, Content komplett durch KI generieren zu lassen. Der Aufwand ist minimal, die Ergebnisse kommen in Minuten. Aber im technischen B2B-Bereich geht diese Rechnung nicht auf. Wir haben es selbst erlebt. Der Content war fachlich korrekt auf Oberflächen-Niveau, aber es fehlte an Tiefe, an eigenen Erfahrungen und an echtem Mehrwert. Dazu gleich mehr.
Warum funktioniert reiner KI-Content im B2B nicht?
- Die Texte klingen künstlich. Besucher haben ein immer feineres Gespür dafür, schalten gedanklich schnell ab und lesen Ihre Texte nicht mehr. Besonders technische Entscheider wie IT-Leiter oder Ingenieure merken im ersten Absatz, ob jemand wirklich aus der Praxis schreibt.
- Content Inzest. Die KI kann immer nur wiedergeben, was sie schon kennt. Alles wird wieder und wieder aufgewärmt. Keine neuen Einblicke. Keine neuen Erkenntnisse. Kein frisches Know-how aus echten Projekten.
- Keine Differenzierung. Ihre Mitbewerber können in wenigen Minuten genau das gleiche tun. Sie heben sich von niemandem mehr ab. Im B2B, wo Vertrauen und Expertise entscheidend sind, ist das fatal.
- Keine echten Erfahrungen. Die KI kann vieles zusammenkopieren. Aber eines kann sie nicht: Echte Erfahrungen im echten Leben sammeln und davon berichten. Das ist jedoch genau das, wonach Interessenten suchen. Kein IT-Leiter will einen generischen Ratgeber. Er will wissen, wie jemand ein konkretes Problem in der Praxis gelöst hat.
- Ignoriert von klassischen Suchmaschinen. Google erkennt KI-Inhalte gemäss unserer Erfahrung zum Teil sehr genau. Wir haben einen Versuch mit einem umfangreichen B2B-SEO-Glossar auf unserer Webseite gestartet. Unsere Hauptarbeit bestand darin, die wirklich relevanten Fachbegriffe rund um das Thema herauszufiltern. Die Texte selbst haben wir komplett von der KI schreiben lassen. Ergebnis? Es gibt von den rund 80 Unterseiten keine einzige, die wirklich rankt. Wir behalten die Inhalte trotzdem, da wir sie für die Besucher für wertvoll halten. Aber ein gutes Ranking versprechen wir uns nicht davon.
- Reputationsrisiko. IT-Leiter, CTOs und Co. durchschauen die fehlende Tiefe sofort. Darunter kann schnell Ihr Ruf leiden.
Die KI ist ein hervorragendes Werkzeug, um Fachpersonen beim Schreiben zu unterstützen. Aber sie ist kein Ersatz für den Experten, der den Inhalt liefert.
Content entlang der B2B-Kaufentscheidung planen
Im Verlauf einer typischen B2B Customer Journey gibt es gemäss dem AIDA-Modell 4 Phasen, in denen sich die B2B-Käufer nacheinander befinden.
Attention
Der Kunde wird auf ein Problem oder eine Möglichkeit aufmerksam.
Content: Fachartikel, die ein Problem beleuchten.
Interest
Der Kunde informiert sich tiefer.
Content: Vergleichsartikel, technische Guides, How-tos.
Desire
Der Kunde will eine Lösung und evaluiert Anbieter.
Content: Case Studies, Whitepapers, Referenzen.
Action
Der Kunde will handeln.
Content: Landingpages, Kontaktformulare, Erstberatungsangebote.
Unabhängig von dem bereits erwähnten Aufbau der Topical Authority durch Fachartikel gibt es für uns eine klare Priorität im KI-Zeitalter. Am wertvollsten sind nach wie vor Entscheider, welche direkt auf Ihrer Webseite landen und sich mit Ihrem Unternehmen auseinandersetzen. Aus dem Grund empfehlen wir im KI-Zeitalter nach folgender Priorität vorzugehen: BoFu first. BoFu steht für Bottom of the Funnel und meint im AIDA-Modell vor allem die zwei Phasen Desire und Action, in denen sich der Kunde am nächsten an der Kaufentscheidung befindet.
Bevor also an Fachartikeln gearbeitet wird, sollten Ihre Landingpages, Case Studies und Kontaktseiten einwandfrei und SEO-optimiert sein, um möglichst zeitnah B2B-Leads zu generieren.
Die richtigen Content-Formate für B2B-KMU
Vor allem in der Zeit von VoIP-One haben sich einige Content-Formate als sehr effektiv erwiesen. Nachfolgend möchten wir einige Content Marketing Massnahmen speziell für B2B-Unternehmen nochmals detaillierter aufführen.
Fachblog als Hub
Unser Hauptakquise-Kanal für Webseiten-Traffic war unser Blog mit den rund 120 Fachartikeln. Über diesen wurden wir langfristig in Google auffindbar. Das bedeutet, dass die Inhalte für sehr lange Zeit Traffic generiert haben und damit im Gegensatz stehen zu beispielsweise Social Media Posts, welche nur für kurze Zeit im Feed der Benutzer auftauchen und wo ständig neu produziert werden muss.
Q&A-Community für Longtail-Suchen
Eine Ergänzung zum Blog war unser kleines Forum. Damit konnten wir besonders lange Suchbegriffe ansprechen wie beispielsweise «IWF Impulswahl Telefone (Nostalgie-Telefone mit Wählscheibe) mit VoIP nutzen», ohne dass wir direkt einen ganzen Blog-Artikel dazu hätten schreiben müssen. So viel hätte das Thema nicht hergegeben.
Downloadbare Inhalte als Lead-Magneten
Für Kunden, die bereits weiter fortgeschritten waren auf ihrer Kundenreise, haben wir E-Books, Whitepaper und Checklisten angeboten. Auch technische Dossiers sind hier ein Anwendungsfall. Entscheider in B2B-Unternehmen schätzen PDFs sehr, welche Sie unkompliziert an andere Personen weitergeben können.
Wir haben die Downloads jeweils mit der Voraussetzung verbunden, dass die E-Mail-Adresse des Interessenten angegeben wird. So konnten wir diesen in unseren (wirklich unaufdringlichen) Newsletter einbinden und ihn über grössere Abstände hinweg immer wieder einmal auf uns aufmerksam machen. So konnten wir über die Downloads langfristig neue B2B-Leads generieren.
Video-Kurs für Trust und zum Kennenlernen
Heute nutzen immer mehr Unternehmen YouTube als zusätzlichen Kanal, um Sichtbarkeit, Trust und Vertrautheit aufzubauen. Wir haben bereits vor diesem Boom vom Video Content einen eigenen Video-Kurs zum Thema VoIP im KMU auf unserer Webseite angeboten. So bekommen Interessenten ein sehr niederschwelliges Angebot, um Ihr Unternehmen unverbindlich kennenzulernen.
Social Media als Verstärker
Wir konnten die verschiedenen Content-Formate hervorragend über Social Media recyclen, ohne für alles eine aufwendige individuelle Strategie ausarbeiten zu müssen. Wir haben z.B. die Fachartikel als Basis genommen und diese nach deren Publikation auch auf LinkedIn, Facebook und Twitter (heute X) ausgespielt. So lag es beim Geschmack des jeweiligen Interessenten, auf welchem Kanal er unseren Neuigkeiten folgt. Besonders hilfreich waren dabei Social-Media-Verteilungstools wie Buffer.
Wann sich B2B-Content wirklich «lohnt»
Wir sind bei dieser Frage nicht ganz unvoreingenommen. Als B2B-SEO-Agentur sind wir natürlich zutiefst davon überzeugt, dass hochwertige Inhalte, optimiert auf die modernen Suchmaschinen, Ihrem Unternehmen extrem viel bringen.
Ein paar Einschränkungen gibt es aber dennoch:
- Muss es extrem schnell gehen? In dem Fall führt vermutlich kein Weg an bezahlten Kanälen wie Google Ads oder Meta Ads vorbei. SEO und B2B Content Marketing benötigen je nach Ausgangslage eine Vorlaufzeit von 6-24 Monaten, bevor sie beginnen, Ergebnisse zu liefern. Das liegt unter anderem an der Komplexität des Themas.
- Sind Sie ein junges Unternehmen ohne etablierte Umsätze? SEO und Content Marketing sind sehr anspruchsvolle Disziplinen, auch was die personellen Ressourcen anbelangt. Das geht aus diesem Artikel vermutlich hervor. Stehen Sie am Anfang, muss es ausserdem schnell gehen, um erste Umsätze zu generieren. SEO ist ein langfristiges Ziel, um nachhaltige Resultate zu erwirtschaften.
- Weniger als 10 Mitarbeiter und ohne Wachstumsambitionen? Ähnlich wie der vorige Punkt. SEO setzt gewisse Investitionen voraus. Diese machen bei kleinen Unternehmen nur dann Sinn, wenn deren Ziel es ist, mittel- bis langfristig zu wachsen.
- Besteht überhaupt eine aktive Nachfrage bei den relevanten Suchbegriffen? Oder haben Sie ein absolut neuartiges, revolutionäres Produkt, nach dem noch niemand sucht? Suchmaschinen wie Google sind absolut fantastisch darin, den Suchenden genau das zu liefern, was sie gerade wünschen. Aber wenn Sie z.B. eine ganz neue Art einer Batterie mit aussergewöhnlich hoher Kapazität erfunden haben, dann wird nach der Technologie noch niemand aktiv suchen. In dem Fall werden z.B. Meta Ads, also ein Push-Marketing-Kanal, der bessere Ansatz sein, um die Menschen auf Sie aufmerksam zu machen.
Wenn all das kein Hindernis für Sie ist, dann können Sie nachhaltige Ergebnisse realisieren, wie wir es damals bei VoIP-One getan haben. Dutzende von Leads jeden Monat über Jahre hinweg, ohne für jeden zusätzlichen Klick mehr Geld zahlen zu müssen.
Fazit: Pragmatisch starten statt perfekt planen
Am wichtigsten ist es, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Art von Content etwas bringt und welche nicht. Daher zum Abschluss ein pragmatischer 5-Stufen-Plan, wie ich heute starten würde, wenn ich nochmals bei Null anfangen müsste:
- 4 Wochen alle Kundenfragen sammeln
- Die 10 wichtigsten Themen priorisieren
- Pro Monat 1-2 Fachartikel veröffentlichen
- SEO-Basics sauber umsetzen
- Nach 12 Monaten prüfen, welche Inhalte Anfragen erzeugen
Es ist zu Beginn keine perfekte Strategie nötig. Es ist wichtiger anzufangen.
Häufige Fragen zu Content Marketing im B2B
Wie viele Fachartikel pro Jahr sind realistisch?
Dies kommt extrem auf die Grösse Ihres Unternehmens und die Ziele an, die Sie erreichen möchten. Im Durchschnitt für unsere typischen Kunden aus dem B2B-KMU-Umfeld würden wir aber sagen, dass 12-24 wirklich hochwertig produzierte Fachartikel im Jahr bereits ausreichen können. Qualität geht ganz klar vor Quantität. An einem Artikel wie diesem kann man schon einmal 1.5-2 Tage am Stück arbeiten.
Wie stark darf ich für meine Produkte werben?
Für uns hat sich etabliert, den Fokus wegzulenken von der Werbung, hin zu dem Bedürfnis, dem Interessenten wirklich mit vollem Einsatz helfen zu wollen. Sie machen so unterschwellig ohnehin Werbung für Ihre Produkte und Dienstleistungen.
Wenn man es prozentual ausdrücken möchte, dann würden wir ansetzen bei vielleicht 80-90% echter Hilfe im Verhältnis zu 10-20% dezenter Verweise. Zu werbliche Inhalte werden zudem seltener geteilt.
Kann die Konkurrenz nicht einfach alles bei mir abschauen?
Haben Sie keine Angst davor, echte Erfahrungen zu teilen. Ich hatte in meiner Anfangszeit bei VoIP-One die gleiche Sorge: Was, wenn die Konkurrenz alles bei uns abschaut? In der Praxis war das nie ein Problem. Mein eigentliches Problem war fehlende Sichtbarkeit. In 15 Jahren hatte ich nie das Gefühl, dass ein Konkurrent unsere Inhalte kopiert hätte. Die haben in der Regel ihre eigenen Themen im Kopf und das meiste Wissen ist in irgendeiner Form heute ohnehin über das Internet abrufbar. Die Angst vor Nachahmung ist fast immer grösser als die tatsächliche Gefahr. Echte Firmengeheimnisse wie ganz genaue Anleitungen und Rezepte sollten Sie natürlich nicht veröffentlichen.
Ist Social Media wichtiger als der eigene Blog?
Ein Blog hat zwei wesentliche Vorteile: Die Inhalte gehören Ihnen und sie sind langfristig z.B. über Google auffindbar. Social-Media-Kanäle wie LinkedIn sind ein idealer Verstärker für Ihre Inhalte mit einem jeweiligen Link zu Ihrem Blog.
Ab wann lohnt sich externe Unterstützung?
Sobald exklusives Fachwissen vorhanden ist und gleichzeitig keine Zeit ist für Struktur, Text und SEO. Die Zusammenarbeit kann sehr schlank funktionieren. Z.B. auf der Basis von monatlichen Interview-Sessions.



